Veranstaltungen und Ausstellungen an der Glasstraße
Transparentes Sinnbild einer vergangenen
und künftigen Kultur
Renato Santarossa zum 70sten: „Utopoli – Ein gläsernes Environment“ im Glasmuseum Frauenau
Woher wir kommen, wo unser Standort ist und wo unser Ziel – den Fragen nach unserer Existenz vor dem Hintergrund historischen Bewusstseins geht Renato Santarossa ausgesprochen individuell auf den Grund: Er kombiniert Licht mit Glas und rückt damit die Schönheit des transparenten Werkstoffs einmal mehr in den Vordergrund, ohne ihn allein auf seine oberflächliche Ästhetik zu reduzieren. Vielmehr benutzt der 1943 in Bozen geborene Künstler und Ingenieur das Glas als Mittler von Empfindungen, Angedeutetem und Gefühlsmomenten. In seiner Ausstellung „Utopoli – Ein gläsernes Environment“ vom 19. Mai bis 10. November im Glasmuseum Frauenau führt Renato Santarossa den Betrachter an die Grenze zwischen Glaskunst und industrieller Produktion, inein Universum, dessen sakrale Dimension sich mit Utopischem und Fiktivem verbindet.
Die Sonderschau anlässlich des 70. Geburtstags Santarossas präsentiert ein raumfüllendes Gesamtkunstwerk aus Glas, Metall und Herbstlaub, das an religiöse Rituale aus geheimnisvollen, fernen Kulturkreisen erinnert: Die mit streng grafischen Elementen und Schriften verzierten Glasstelen, die durch Bleiabschlüsse symbolisches Gegengewicht erhalten, gruppieren sich um eine große gläserne Arche, die synonym für Künftiges, Hoffnungsvolles und den Fortbestand des Lebens steht. Die Stelen als gläserne Wächter drücken weder Macht noch bewaffnete Krieger aus, sondern geistige Kräfte wie Philosophie, Mathematik und Geometrie. Zentrales Element der Gesamtszene ist eine dem Mittelpunkt entrückte Stele der Königin, die zunächst das Bestattungszeremoniell des 1. Kaisers von China ins Gedächtnis ruft, in der Intention des Künstlers jedoch zum übergreifenden Sinnbild einer vergangenen und zugleich künftigen utopischen Kultur wird.
In Frauenau ist Renato Santarossa kein Unbekannter: Für die Gläsernen Gärten gestaltete er die vielbeachtete Skulptur „Poesia della Trasparenza“ im Teich vor dem Glasmuseum, die – wie im Titel angedeutet – trotz beeindruckender Ausmaße filigranund nahezu geisterhaft übers Wasser zu gleiten scheint. Mit seiner Installation „Utopoli“ entführt der Künstler einmal mehr in einedurchsichtig-irreale Bilderwelt, die die Sympathie und Aufmerksamkeit jener Betrachter sichert, die sich stets und bereitwillig auf neue Quellen der Inspiration einlassen wollen.
Renato Santarossa:„Utopoli– Ein gläsernes Environment“, 19. Mai bis 10. November 2013 im Glasmuseum Frauenau; geöffnet Mo.-Fr. 9-17 Uhr, Sa., So., Fei. 10-16 Uhr.
26. Internationale Sommerakademie im Bild-Werk Frauenau
Neue Heißglas Ära im Bild-Werk Frauenau
Darauf musste das Bild-Werk Frauenau lange warten: Mit der Einweihung eines neuen Heißglasstudios im Frühsommer 2013 beginnt das heiße Herz wieder zu schlagen! Zum Pulsieren bringen es im Rahmen der diesjährigen Sommerakademie die international renommierten GlaskünstlerInnen Karen Willenbrink-Johnsen (USA), Scott Chaseling (AUS) und Rike Scholle (D). Mit dem neuen Studioglasofen wird die spannende Gestaltungsvielfalt heißen und kalten Glases, die den Schwerpunkt der jährlich stattfindenden Akademiekurse bildet, um viele weitere kreative Impulse bereichert.
Ermöglicht wird die Einrichtung des neuen Studios durch Gelder aus dem EU-Förderprogramm Ziel 3 (INTERREG IV), durch Zuschüsse des Kulturfonds Bayern, der Bayerischen Sparkassenstiftung, dem Bezirk Niederbayern, dem Landkreis Regen und der Gemeinde Frauenau, der Sparkasse Regen-Viechtach und durch private Spenden. Unter dem Titel „Heißglasprojekt - Einrichtung und Etablierung eines Heißglas-Studios als Begegnungs- und Innovationsplattform in bayerisch-tschechischer Kooperation“ läuft seit dem Dezember 2012 das Kooperationsprojekt zwischen dem Lehrstuhl für kulturelle Bildung an der Pädagogischen Fakultät der Westböhmischen Universität in Pilsen und dem Bild-Werk Frauenau e.V. Das Herzstück ist die Errichtung eines neuen Heißglasstudios im Akademiegebäude Gaswerk, in dem bei Akademiekursen Innovationen und internationale Impulse fließen und bei Workshops mit den Pilsener Studierenden Anregungen für zukünftige LehrerInnen ausgehen sollen, Glas als künstlerisches Medium kennen zu lernen und in seiner Geschichte als grenzübergreifendes Kulturgut weiter zu vermitteln. Mit Veranstaltungen, wie einer „offenen Glasmacherbühne“ soll der Erhalt und Austausch überlieferten Könnens gefördert werden und bei Projekttagen mit Schulen Glas in seiner regionalen Tradition sichtbar werden.
Da das Herz allein aber nicht ausreicht und zu einem funktionierenden Organismus viel mehr gehört, wurde auch dieses Jahr wieder ein umfangreiches Kursprogramm zusammen gestellt, das die Vielfältigkeit der Glasgestaltung mit Malerei, Bildhauerei, Holzschnitt, Gesang und vielem anderen verbindet. Ein weiterer spannender Akademiesommer steht vor der Tür! Von den 39 Kursen, die im Sommer 2013 angeboten werden, sind 18 der künstlerischen Arbeit mit Glas gewidmet. Herausragende VertreterInnen der internationalen Glas-Kunst-Szene konnten als KursleiterInnen gewonnen werden.
Die neue Heißglas Ära eröffnet Karen Willenbrink-Johnsen (USA) unter dem Motto „Ideen aus Heißglas geformt“. Bei Scott Chaseling (AUS) und Rike Scholle (D) steht die Arbeit am Ofen unter dem Schwerpunkt „Glas und Licht“. Kurse im Glasblasen vor der Lampe stehen auf dem Programm mit Janis Miltenberger (USA) und der Balance zwischen Leidenschaft, Präzision und ‚flow’, oder mit André Gutgesell (D), in dessen Kurs es, orientiert an Sichtweisen des Bauhauses, um die Verbindung von Design und freier Gestaltung geht.
Skulpturellen Perlen widmet sich Sabine Little (D). Samuel Weisenborn (D) lehrt „Glasschliff im Freistil“ und die vielfältigen Möglichkeiten der Glasgravur zeigen Alison Kinnaird (GB), Pavlina Čambalová (CZ), Christian Schmidt (D) und Alexandra Geyermann (D). Formgeschmolzene Glasskulpturen entstehen bei Mare Saare (Estland) und Alison Lowry (Nordirland). Erde und Transparenz, die Verbindung von Glas mit Keramik und Porzellan, ist das Thema bei Heide Nonnenmacher (D) und unter dem Titel „Bricolage: Mixed Media mit formgeschmolzenem Glas” steht bei Stephen Paul Day (USA) die Kombination geformter Materialien mit Fundstücken, Kulturfragmenten und Kultrelikten im Mittelpunkt. Die zwei- und dreidimensionalen Gestaltungsmöglichkeiten mit Flachglas unterrichten Joseph Cavalieri (USA) und Jeff Zimmer (USA), und bei Davina Kirkpatrick (UK) wird flaches Glas auch heiß gestaltet. Unter dem Motto „die Welt malen“ verbinden der Glaskünstler Mark Angus (GB) und der Maler Jürgen Huber (D) in einem gemeinsamen Kurs das Glas und die Malerei.
Auch die Workshops in Malerei und Zeichnung, Holzbildhauerei und -schnitt, Druckgraphik, Keramik und Chorgesang sind hochkarätig mit internationalen KursleiterInnen besetzt, die künstlerische Ansätze und Perspektiven vieler Länder einbringen.
Die Kurse in Malerei und Zeichnung spannen wieder ganz bewusst den Bogen zwischen „freiem“ expressivem Ausdruck und „klassisch-handwerklicher“ Einfühlung in Landschaft, Raum und Portrait: Mit Pavel Roučka (CZ), Monika Schultes (D), Jack Ink (USA/A), Kai Feldschur (D), Natascha Mann (D), Colin Callahan (USA), Ben Schasfoort (NL) und Marek Škubal (CZ) öffnet sich ein weitgefächertes Spektrum. Abgerundet wird das Programm mit Kursen in Holzbildhauerei (Stefan Link (D), Michael Pickl (D), Peter Hermann (D) und Korbinian Huber (D)), Holz- und Linolschnitt (Gretel Eisch (D), Hajo Blach (D) und Lauri Lihten-Haavel (Estland), Keramik (Gabi Hanner (D), Sándor Dúdas (Ungarn)), Installation (Josina von der Linden (D) und Chorgesang mit Candy Verney (GB).
In Kooperation mit der Lebenshilfe Regen findet im September wieder ein Kunstworkshop für Menschen mit und ohne Behinderung statt.
Die Kurse der Sommerakademie sind offen für alle Kunstschaffenden. Der erste Kursblock startet wie immer am Pfingstsamstag (18.5.) und wer schon vor der Sommerakademie in Frauenau ‚schnuppern’ will, kann dies im April bei verschiedenen Wochenend-Workshops tun.
Termine: Frühjahrsakademie 18.05. - 25.05.2013
Sommerakademie Kursblock A 03.07. - 19.07.2013
Kursblock B 31.07. - 16.08.2013
Spätsommer Extra 31.08. - 07.09.2013
Information, Programm und Anmeldung: www.bild-werk-frauenau.de / info@bild-werk-frauenau.de
Bild-Werk Frauenau e.V.
Postfach 105 Telefon: +49 (0)9926/ 180 895
D 94258 Frauenau Telefax: +49 (0)9926/ 180 897
60 Jahre Glashütte Valentin Eisch: Jubiläumsausstellung
Ab Dienstag, den 18.12.2012 zeigen wir in der Galerie am Museum die Jubiläumsausstellung – 60 Jahre Glashütte Valentin Eisch / Glashütte Valentin Eisch's 60th Anniversary Exhibition
Im Jahr 1712 begann im Böhmerwald die Glasmacher-Tradition der Familie Eisch.
Die Liebe zum Glas wird nun seit 300 Jahren in jeder Generation gelebt.
Die Gründung unserer eigenen Glashütte jährt sich heuer zum 60. mal.
The Glass making tradition of the Eisch family started in 1712.
For 300 years the love for glass has been inherited through all generations.
This year is the 60th anniversary of the foundation of our own glass factory.
Dieses Doppel-Jubiläum ist uns Anlass erstmalig Arbeiten von Alfons Eisch aus den vergangenen 60 Jahren zu zeigen
und
Internationale Studioglaskünstler in Kooperation mit der Glashütte Eisch
Scott Chaseling (AU), Hansjörg Hemmi A.i.R (CH) ● Mare Saare A.i.R. (EE) ● Sue Parry A.i.R. (GB) ● Susanne und Ulrich Precht A.i.R (D) ● Gerhard Ribka (D) ● Wilfried Markus A.i.R (D) ● Mark Angus
A.i.R (GB/D) ● Vladimir Klein A.i.R (CZ) ● Nicolas Morin A.i.R. (F) ● James Vella A.i.R. (USA) ● Jack Ink A.i.R. (A/USA) ● Kazumi Ikemoto (Japan) ● Daisuke Shintani (USA) ● Valentin Eisch (D) ●
Yasue Maetake (Japan) ● Simone Fezer (D) ● Carmelo Lopez (ES)
Ausstellungsdauer/Exhibition Dates: 18.12.2012 – 15.05.2013
und
Erwin Eisch - 50 Jahre Studioglas 1962 - 2012
Neue Portrait-Variationen von Harvey Littleton und Erwin Eisch
Ausgewählte Arbeiten von Erwin Eisch von 1968 und 1969
Ausstellungsdauer/Exhibition Dates: 18.12.2012 – 28.05.2013
und
Neuer Glasschmuck ausgewählter Künstler
Rike Scholle wird im Januar und Februar 2013 als Artist in Residence in der Glashütte Eisch arbeiten. Genauere Angaben kommen im neuem Jahr.
Die Arbeiten werden ab Mai in der Galerie gezeigt.
Rike Scholle Artist in Residence 2013
"Es wächst – Growing"
Ausstellungsdauer/Exhibition Dates: 18.05.2013 – 12.09.2013
Wir freuen uns auf ihren Besuch!
Aktuelle Informationen immer auf unserer Website: www.eisch-glas-galerie.de
Elisabeth Zizlsperger
Galerie am Museum
Eisch Atelier
Grafenauer Str. 8
94258 Frauenau
Tel.: 09926 180868
Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag 11-17.30
Samstag 11-16 Uhr
Neue Attraktion an der Glasstraße – die höchsten Glas-Bäume der Welt
Gläserner "Paradiesgarten" eingeweiht
Mitten im Glasmacherort Riedlhütte an der Glasstraße ist in aufwendiger Handarbeit ein über 1000 m² großer gläserner Garten entstanden. Fast 12 Meter hoch ist die Glasfichte mit ihren blauen
Ästen, nur wenig niedriger sind Tanne und Lärche. Allein über 1000 Glasscheiben wurden für die "Blätter und Nadeln" der Bäume von Hand hergestellt.
Allerlei Getier aus Glas bevölkert den Garten:
Hirsch und Reh, Fuchs und Hühner, Eulen, Schnecken, Frösche und Fantasiewesen. Dazu gibt es Kunstobjekte aus Glas zu sehen. Alles Gläserne wurde aus "Glasabfall" geschaffen.
Die Familie Köck nennt ihren Betrieb "Glasscherben-Köck", weil dort aus den übrig gebliebenen Scherben der Glasherstellung neue gläserne Produkte und Kunstwerke entstehen.
Am 20. Juli 2012 kamen Riedlhütter, Freunde, Bekannte und Gäste zusammen, um gemeinsam die Eröffnung des "gläsernen Garten Eden" zu feiern. Die evangelische Diakonin Gabi Neumann-Beiler und der
katholische Pfarrer Rupert Wimmer spendeten ökumenischen Segen. Sie bezogen sich in der Ansprache auf die Schöpfungsgeschichte. Bürgermeister Helmut Vogl und Landrat Ludwig Lankl freuten sich
über die Aktivitäten und wünschten der Familie Köck, die sich mit dem Wald-Glas-Garten einen lang ersehnten Wunsch erfüllt hatte, viel Erfolg. Schließlich wird durch diese Aktivität auch die
Riedlhütter Glastradition aufrechterhalten.
Der Schriftsteller Friedrich Mülder fesselte und erheiterte die Anwesenden mit seiner Laudatio über die Glasmacherkunst und das Glasmacherleid. Er regte an, doch einmal den Versuch mit einer
gläsernen Glocke zu wagen und den gut sichtbaren Schornstein der alten Glasfabrik in das Ensemble einzubeziehen und mit Glaskunst zu verschönern. Für musikalische Akzente sorgte das Trio
"eXCLent", drei junge Sängerinnen mit ausgebildeten Stimmen, die ihrem Namen alle Ehre machten.
Ab sofort ist der Wald-Glas-Garten geöffnet.
Informationen dazu gibt es unter www.glasscherben-koeck.de.
Mit der größten Flasche der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde
Frauenau. Die Prüfung des international besetzten Guinness-Buch-Komitees hat gut vier Monate gedauert, aber jetzt ist es quasi amtlich:
Die Glasmanufaktur Freiherr von Poschinger in Frauenau (Lkr. Regen) hat eine knapp drei Meter große Glasflasche gefertigt und damit den Weltrekord aufgestellt.
Beauftragt worden war die Flasche von der Tourismusvertretung Jordaniens, die das riesige Gefäß auf der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) präsentierte.
In Jordanien gelten kleine Glasflaschen als beliebtes Reisemitbringsel. Sie werden kunstvoll mit farbigem Sand gefüllt, bis daraus Wüstenlandschaften, Mosaike oder Porträts entstehen. Auf der ITB
hatten Jordaniens Tourismusvertreter 1000 Säckchen mit Buntsand an die Messebesucher verteilt.
Diese befüllten die Riesenflasche in nur drei Tagen mit 266 Kilo Sand und trugen damit zum Rekordergebnis bei.
"Glasuniversität" Zwiesel:
Forschung für eine transparentere Welt
Die "Europäische Hochschule" der Glasmacherkunst im Bayerischen Wald setzt seit über 100 Jahren Maßstäbe in der Glasentwicklung.
Zwiesel (obx) - "Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen, 5 Teile Kreide - und Du erhältst Glas." Dieses Rezept ist über 2700 Jahre alt und wurde in der Keilschrift-Bibliothek des assyrischen Königs Ashurbanipal (668-626 v. Chr.) gefunden. Entdeckt wurde die Glasherstellung vermutlich schon vor mehr als 7000 Jahren durch Zufall. Noch immer aber hat der transparente Werkstoff nur einen Bruchteil seiner Geheimnisse und Möglichkeiten preisgegeben. In Zwiesel im Bayerischen Wald forschen Glasbläser und Ingenieure, Wissenschaftler und Techniker seit mehr als 100 Jahren nach ganz neuen Seiten des Glases: von innovativen technischen Einsatzgebieten über bessere Schmelzmixturen bis zu frischen Formen und Farben dieses durchschaubaren Werkstoffs. Die "Glasuniversität" in Zwiesel zählt zu den führenden Glasforschungs- und Bildungszentren weltweit.
Viele der ganz großen Erfinder in der Glasindustrie, die modernen Stars des Glasdesigns und Glastechnik-Forscher haben in den
Hörsälen des Zwieseler Bildungszentrums die "Schulbank gedrückt". Rund 20 "Professoren" offenbaren den mehr als 370 Studenten aus aller Welt die bisher bekannten Geheimnisse des Glases und
stellen die Weichen für die künftige Forschung.
1904 hat alles ganz klein angefangen. Die Stadt Zwiesel selbst gab den Anstoß zur Gründung der "Glashochschule". Die Glashütten des Bayerischen Waldes und im benachbarten Böhmen galten damals als
Zentrum der europäischen Glasindustrie. In Sachen Berufsausbildung allerdings waren die Böhmen ihren bayerischen Kollegen voraus. "Die Gründerväter haben über den Zaun geschaut", sagt der heutige
Schulleiter Hans Wudy. "Als Vorbild für die neue Zwieseler Bildungsstätte dienten damals die böhmischen Schulen".
Heute ist die "Glasuniversität" in Zwiesel die älteste und vielseitigste Bildungsstätte ihrer Art mit ständig über 300 "Studenten". "Wir sind die einzige Schule in ganz Europa mit einem so breit
gefächerten Lehrangebot", sagt Wudy. Die Ausbildungsmöglichkeiten reichen vom Feinoptiker für die Entwicklung von Scannern oder Ferngläsern bis zum Produktdesigner für die Gestaltung der
Glasobjekte von morgen.
Flaggschiff der "Glasuniversität" ist die Lehr- und Versuchsglashütte, in der Wissenschaftler, Lehrer und Auszubildende an der Glaswelt der Zukunft forschen. In der Fachschule für
Glashüttentechnik - die einzige ihrer Art im gesamten deutschsprachigen Raum - lernen auch Gastschüler aus der ganzen Welt die Theorie und die Praxis der Glasmacherkunst.
Der Rückgang der Glashütten im Bayerischen Wald und damit des regionalen Bewerberangebots wurde durch die Ausweitung des Einzugsgebiets der Schule weit über die deutschen Grenzen hinaus
aufgefangen. Die Ausbilder, viele durch ihre frühere berufliche Tätigkeit in den Betrieben in der Region verwurzelt, haben den Rückgang der Glasproduktion im Bayerischen Wald hautnah miterlebt.
Der Negativtrend ist mittlerweile gestoppt.
Beigetragen hat dazu auch die vom Tourismusverband Ostbayern ins Leben gerufene "Glasstraße", die den Glashütten des Bayerischen Walds durch wachsende Besucherzahlen glänzende Nebeneinkünfte
beschert. Neue Chancen für die bayerischen Glasmacher sieht Wudy - trotz wachsender Preiskonkurrenz aus dem benachbarten Tschechien - vor allem für die kleinen Hütten in mehr Kreativität und
Individualität im Design. "Dieses Denken wird unseren Schüler seit Jahren mit auf den Weg gegeben", sagt der Schulleiter.
Kreativität beweist das Schul-Management auch selbst: handsignierte und progressiv gestylte Vasen oder filigrane Geschenkartikel aus der schuleigenen Glashütte werden mittlerweile europaweit über
Galerien und Boutiquen vertrieben. "Der Erlös dient der Refinanzierung des Schulbetriebs und dazu, alte Techniken zu erhalten, aber auch ganz neue Produkte in den Markt zu bringen", sagt Hans
Wudy.
Wer einen Blick in die gläserne Welt von morgen werfen will, hat die Gelegenheit am Tag der offenen Tür der Glasfachschule Zwiesel am 24. März von 10 bis 16 Uhr. Mehr Informationen im Internet:
www.glasfachschule-zwiesel.de
Regelmäßige Veranstaltungen, wie z.B. die "GlasKunstOrte" im Rahmen der Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage, die jährlich im März in Weiden stattfinden und die die bayerisch-böhmische Glaskunst als Verbindung zwischen beiden Ländern zum Thema hat (www.bbk-weiden.de) oder die Zwieseler Glastage zusammen mit der Zwieseler Glasmesse, die eine der größtem künstlerisch geprägten Glaspräsentationen Deutschlands darstellt, prägen die Kultur in der Glasregion des Oberpfälzer Waldes und des Bayerischen Waldes.(www.zwiesel-tourismus.de)
Weitere aktuelle Veranstaltungen und Ausstellungen an der Glasstraße können Sie als pdf downloaden:
Tickets für ausgewählte Veranstaltungen erhalten Sie bei www.okticket.de.
Änderungen vorbehalten.
Hier geht's zum Veranstaltungskalender der Region Ostbayern

